Ketzerforum Forum Index Ketzerforum
Volkes Stimme unplugged
 
 FAQFAQ   SearchSearch   MemberlistMemberlist   UsergroupsUsergroups   RegisterRegister 
 ProfileProfile   Log in to check your private messagesLog in to check your private messages   Log inLog in 

Hallo Eisenherz

 
Post new topic   Reply to topic    Ketzerforum Forum Index -> Ketzerforum 2.0 - noch offen
View previous topic :: View next topic  
Author Message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Sun Oct 10, 2010 12:37 pm    Post subject: Hallo Eisenherz Reply with quote

Hab da eine Frage,wie geht die Feuerwehr bei einem Dachstuhlbrand vor,wenn eine Photovoltaikanlage installiert ist Question Question

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Sun Oct 10, 2010 5:30 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo Fidel,
das gesamten Schema bei einem Löschangriff der Feuerwehr willst du ganz sicher nicht wissen. Ich überlege was der Grund für deine Frage sein könnte. Ein Dachstuhlbrand kann ein Einfamilienhaus sein oder ein Fünfgeschosser in den Altbauvierteln der Großstädte. Ich versuche es mal so:

Die Feuerwehr im Einsatz hat einen Gefahrenkatalog zu beachten, für die Feuerwehrleute und für die Menschen die dort in dem Haus sich eventuell noch aufhalten könnten. Dazu zählen die Atemgifte, die Gefahr der Ausdehnung, der Einsturz, die Explosion, die atomaren Gefahren und andere. Bei einer Fotovoltaikanlage ist das ganz sicher die elektrische Gefahr.

Die Installation einer solchen Anlage in der Praxis ist mir nicht geläufig. Vermutlich braucht die wegen der Statik des Daches eine Baugenehmigung. Ich gehe davon aus, das die Sonnenkollektoren gar nicht und die Kabelverbindungen nur sehr schwer brennen können. Bleibt als spezielle Gefahr die elektrische Gefahr als solche, die Hochspannung 230 Volt. Die ist vergleichbar mit jedem Innenangriff, ob in der Wohnung oder im Keller, so auch im Dach. Wenn es sich so ergibt, insbesondere im Keller die herunter hängenden Kabel von der Decke, dann wird die Feuerwehr so schnell als möglich alle Sicherungen im Haus herausnehmen, bzw. die Hauptsicherung betätigen. Das Haus, die Einsatzstelle ist von der elektrische Gefahr freigeschaltet, wie es dann bei der Feuerwehr genannt wird. Ob eine Fotovoltaikanlage einen besonderen Notschalter hat, der die Produktion und Einspeisung der Sonnenkollektoren sofort unterbindet, weiß ich nicht, es ist aber möglich, das so etwas vorgeschrieben ist.

Es ist aber nicht so, das die Feuerwehr nacheinander so vorgeht, die Menschenrettung, so eine notwendig ist, hat Vorrang, dann die Brandbekämpfung und parallel dazu wird das Haus Spannungsfrei geschaltet. Nicht immer, es kommt auf die Größe des Feuers an. Manchmal, beim Kellerbrand, befinden sich die Sicherungskästen genau dort, wo das Feuer gerade brennt, dann müssen die Einsatzkräfte geistig umschalten, das sie sich in solchen Räumen nicht aufrecht gehend bewegen, sich so vor den elektrischen Gefahren zu schützen.

In wieweit eine Fotovoltaikanlage, bei der Beaufschlagung des Dachtragewerks, mit ihren Eigengewicht droht einzustürzen, das ist eine Ermessenssache des Einsatzleiters und beruht auf seinen Informationen die er sich von der Einsatzstelle verschaffen kann. Ein Teilzusammenbruch des Daches ist immer möglich, wenn nur genug Brandlast unter dem Dach vorhanden ist und lange genug einen Vollbrand verursacht hat, Stichwort ist eine Brandstiftung mit mehreren Brandherden und einem Brandbeschleuniger.

Wenn diese Gefahr erkannt ist, der Einsturz, dann wird der Einsatzleiter in diesen Raum, bzw. ins Dachgeschoss auch seine Einsatzkräfte nicht hinein schicken. Es wird versucht werden, aus dem sichereren Bereich des Treppenraumes den eigentlichen Brandherd zu minimieren, um dann weiter einzudringen und die restlichen Brandnester zu löschen. Auch ein Durchbrennen der Decke zum darunter liegenden Geschoss muss beachtet werden, insbesondere bei Holzbalkendecken, Zweimal habe ich Kollegen so abstürzen erlebt, mit schwersten Verletzungen Schwer aus dem besonderen Grund, weil die mit ihren Atemschutzgerät, ca. 30 Kilogramm auf dem Rücken, in die Tiefe fallen.

Da ich nicht weiß wohin deine Frage konkret zielt, habe ich zu einem solchen Einsatz im Dachgeschoss etwas ausführlicher geschrieben, Die rein techn. Ausführung und das bauliche Genehmigungsverfahren, die Statik des Daches, das sind Dinge die zwischen der Bauaufsicht, dem Bauherren und den Fachfirmen ausgehandelt werden.

bis denne
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Methodikus



Joined: 17 Feb 2006
Posts: 1092

PostPosted: Sun Oct 10, 2010 6:02 pm    Post subject: Reply with quote

eisenherz

eisenherz wrote:

Da ich nicht weiß wohin deine Frage konkret zielt, habe ich zu einem solchen Einsatz im Dachgeschoss etwas ausführlicher geschrieben,

Ich bin sicher seine Frage zielt auf diese Thematik!

Stromschlaggefahr bei Brandeinsatz verhindert Löscharbeiten: Solaranlage auf Dach von brennendem Haus produzierte weiter Strom - Feuerwehr muss Löscheinsatz abbrechen – Totalschaden! http://www.holzgibtgas.com/viewtopic.php?p=76700#76700

Feuerwehr warnt vor Solaranlagen http://www.holzgibtgas.com/viewtopic.php?p=78489#78489



Feuerwehr lässt Häuser mit Solardach abbrennen

Aus Angst vor gewaltigen Stromschlägen kann die Feuerwehr Häuser mit Solaranlagen auf dem Dach bei Bränden oft nicht löschen.

Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien hat der Solarindustrie einen Absatzboom in Deutschland beschert – und stellt die Feuerwehren im Brandfall vor erhebliche Probleme: Denn Photovoltaikanlagen, die bis zu 1000 Volt Gleichstrom erzeugen, lassen sich bei einem Feuer nicht abschalten. Beim Löscheinsatz sind die Einsatzkräfte deshalb durch Stromschläge gefährdet. Eigenheimbesitzer mit Solaranlagen auf dem Dach müssen damit rechnen, dass die Brandschützer ihr Haus bei einem Feuer nicht schützen können. Das ist bereits in mehreren Fällen geschehen.

Im ostfriesischen Schwerinsdorf ließ die freiwillige Feuerwehr dieses Jahr nach einem kleinen Zimmerbrand ein mit einer Solarstromanlage ausgestattetes Einfamilienhaus niederbrennen. „Das Risiko, einen elektrischen Schlag zu bekommen, war einfach zu groß“, sagt Einsatzleiter Sirke Siebens. Im schleswig-holsteinischen Landkreis Steinburg ließen die Einsatzkräfte davon ab, eine in Brand geratene Lagerhalle zu löschen, auf deren Dach Photovoltaikmodule installiert waren.

weiterlesen: Feuerwehr lässt Häuser mit Solardach abbrennen


_________________
Geheuchelter Optimismus ist die perfideste Form der Feigheit http://www.holzgibtgas.com


Last edited by Methodikus on Wed May 04, 2011 3:37 pm; edited 1 time in total
Back to top
View user's profile Send private message Send e-mail Visit poster's website
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Mon Oct 11, 2010 8:51 am    Post subject: Reply with quote

Guten Morgen Methodikus,
stimmt, dein Link wird es wohl gewesen sein.

Die Kommentare dazu bei WO sind teilweise unterirdisch, es sind aber auch ein paar gute dabei, wie der Hinweis auf die sinnlose Unterscheidung zwischen den freiwilligen Feuerwehren und den Berufswehren, wie die verschiedenen techn. Ausführungen solcher Anlagen und die, wie schon geschrieben, guten Hinweise auf elektrische Gefahren wie bei jedem Brand im Haus, im Keller bis zum Dach.

Klar ist, diese Voltaikanlagen sind Neuland. Wenn die Hauptsicherung des Hauses außer Betrieb genommen wurde dann, so steht im Artikel, dann bauen die Panele immer noch eine Spannung auf, solange sie genügend Licht erhalten. Mal scheinen diese Sonnenkollektoren in Reihe geschaltet zu sein, mal parallel oder in einem Mix, um das die nachfolgenden Technik aus der Gleichspannung eine 230 Volt Wechselspannung zu erzeugen kann.

Wenn alle Panele zusammen geschaltet sind, dann sind 1000 Volt Gleichspannung tatsächlich sehr viel. Die direkte Berührung ist erst einmal eine Todesgefahr. Bei bekannten Hochspannungsbereichen hat die Feuerwehr aber auch Richtmaße wie weit und mit welchem Wasserstrahl (Vollstrahl oder Sprühstahl) sie von der frei liegenden Spannungsquelle Abstand halten müssen, sofern diese Gefahr erkannt wird.

Grundsätzlich sehe ich das so, das die Sonnenkollektoren auf den Dach wie in kleines Kraftwerk zu betrachten sind. Das auf den häuslichen Bereich übertragen bedeutet, ab der Einspeisung durch das Kraftwerk, meist im Keller, kann ein gesamtes Hau frei geschaltet werden. Vor der Hauptsicherung, die Zuleitung vom Kraftwerk ins Haus, die kann nicht von der Feuerwehr beeinflusst werden. An dieser Schnittstelle sind die Sonnenkollektoren als Kleinkraftwerk mit der normalen elektrischen Zuleitung ins Haus vergleichbar und somit nicht abzuschalten.

Ob diese Zuleitung von den Kollektoren brutal kurz geschlossen werden kann, ob dann nicht die gesamte Voltaikanlage zerstört wird, das weiß ich nicht. Auch wenn die Gefahren noch so groß sind, die Feuerwehrleute sollen nicht wie ein Abrisskommando arbeiten, sondern sich angemessen verhalten.

bis denne
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Mon Oct 11, 2010 11:33 am    Post subject: Reply with quote

Moin Eisenherz und Danke
Mir hatte das mit 1000 Volt jemanden von den Stadtwerken gesagt,er meinte das Problem sei bisher nicht gelöst und es bestehe extreme Lebensgefahr für die Feuerwehrleute,man wisse derzeit auch nicht wie es gelöst werden solle,die Wehren seien nicht dafür gerüstet.

Ich wusste das es im Südhessichen ?? große Probleme gegeben hatte,da gibt es einen Ort,in dem angeblich alle Dächer mit Anlagen versehen sind und es ist zu bisher mehreren ungeklärten Bränden gekommen,die Bürger sind auf Grund dessen stark verunsichert.

Die Feuerwehr hat die Häuser abbrennen lassen,auf Grund der bestehenden Lebensgefahr.

Hab leider keine Url davon,mein suchen,hat bisher nichts gebracht.

Methodikus,danke für die links.

Ich bin an der Hausfassade am renovieren,kein Styropor Smile) nur Farbe und draußen ist es schön,hab folglich wenig Zeit.

Photovoltaik kommt mir nicht aufs Dach,vollkommen unrentabel bei max. 900/950 Sonnenstunden,dieses Thema hab ich schon vor 3-4 Jahren abgehakt,genauso auch den Dax von Sennertec,ich hab den Vertreiber gefragt was ich im Sommer mit dem Dax machen solle,denn Wärme werde wohl nicht benötigt.Smile)
Mittlerweile schlägt man vor,die Wärme in die Erde abzuleiten und dann eine Wärmepumpe einzusetzen,ich glaube mich tritt ein Pferd.

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Mon Oct 11, 2010 2:12 pm    Post subject: Reply with quote

Guten Tag Fidel,
bitte, gerne geschehen.

Es hat mich selbst interessiert, erst mal von euch auf die Spur gebracht. Bei Gelegenheit werde ich mal meine alten Beziehungen zur Bauaufsicht aktivieren und zum Vorbeugenden Brandschutz bei der Berliner Feuerwehr, dort versuchen heraus zu bekommen wie die das Problem beurteilen.

So wie du es schilderst müssten die Hausbesitzer eigentlich einen saftigen Risikoaufschlag von ihren Brandversicherungen erhalten, das wird teuer, Wenn der bedingte Schutz durch die Feuerwehr nicht gewährleistetet werden kann und der Vorbeugende Schutz schon gar nicht, dann ist es so wie eine prall gefüllte Scheune mitten im Gewitter, für die wird sich auch keine Versicherung finden lassen. Wink

Gruß
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Methodikus



Joined: 17 Feb 2006
Posts: 1092

PostPosted: Mon Oct 11, 2010 7:57 pm    Post subject: SolarEis - Wer sparen will, heizt mit Eis Reply with quote

Fidel

Fidel wrote:

Mittlerweile schlägt man vor,die Wärme in die Erde abzuleiten und dann eine Wärmepumpe einzusetzen,ich glaube mich tritt ein Pferd.

Lies hier; dann knutscht Dich ein Kamel. Wink

SolarEis - Wer sparen will, heizt mit Eis http://www.holzgibtgas.com/viewtopic.php?t=6996

eisenherz
eisenherz wrote:
Guten Morgen Methodikus,
stimmt, dein Link wird es wohl gewesen sein.

Die Kommentare dazu bei WO sind teilweise unterirdisch, es sind aber auch ein paar gute dabei, wie der Hinweis auf die sinnlose Unterscheidung zwischen den freiwilligen Feuerwehren und den Berufswehren, wie die verschiedenen techn. Ausführungen solcher Anlagen und die, wie schon geschrieben, guten Hinweise auf elektrische Gefahren wie bei jedem Brand im Haus, im Keller bis zum Dach.

Dass die Kommentare dazu bei WO teilweise unterirdisch sind, ist doch meist die Regel. Wink

Zum Thema selbst: Für die Versicherungen eröffnet sich so wieder ein neues Geschäftsfeld.


_________________
Geheuchelter Optimismus ist die perfideste Form der Feigheit http://www.holzgibtgas.com


Last edited by Methodikus on Wed May 04, 2011 3:38 pm; edited 1 time in total
Back to top
View user's profile Send private message Send e-mail Visit poster's website
bassano



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 2380

PostPosted: Mon Oct 18, 2010 7:52 pm    Post subject: Re: SolarEis - Wer sparen will, heizt mit Eis Reply with quote

hallo,
also, ich habe diese Frage mal ganz einfach an die FEUERWEHR in unserer westdeutschen Grossstadt geschickt:
Folgendes Statement habe ich (telefonisch) bekommen:

"Bei uns (in unserem Einsatzbereich) braucht niemand Angst davor zu haben, dass wir sein Haus wegen auf dem Dach installierter Solar-Module abbrennen lassen. Das ist absurd !!! Ich will bzw. kann es zwar nicht generell verallgemeinern, aber ich gehe einfach davon aus, dass das deutschlandweit so ist.
Bei uns hier jedenfalls: Dieses Szenario ist absurd.

Wir wissen generell anhand einer "Liste" (ohne dass wir daraus Daten/Namen der Besitzer/Bewohner der Häuser entnehmen können - /wegen Datenschutz) auf welchen Dächern in jeder Strasse Solar-Anlagen installiert sind.
So fahren wir die Einsätze schon mit den genauesten Kenntnissen der jeweiligen Brandstellen. Wir kommen immer bestens informiert zum Einsatzort, und sind entsprechend vorbereitet. Ich will Sie jetzt nicht mit Details langweilen.
Davon mal abgesehen haben wir ja sowieso in j e d e m Haus durch allgegenwärtige Haus-Anschlüsse mit aller Arten von (auch Stark)-Strom zu tun.

Unsere Leute sind allerbestens geschult, um mit aller Arten von Strom und Anschlüssen umgehen zu können. Sie müssen zwar auch die Gefahr für ihr eigene Gesundheit beachten, aber es ist völlig ausgeschlossen, dass wir n i c h t auf derartige Solar-Anlagen vorbeitet sind und wir deswegen die Häuser abbrennen lassen.
Das ist noch n i e passiert und wird auch n i e passieren – da kann ich Sie 100prozentig beruhigen. Wie gesagt, wir sind entsprechend geschult.


Willi Müller – von der "strategische Einsatzleitung“


Wasser Marsch
bassano
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Mon Oct 18, 2010 8:19 pm    Post subject: Reply with quote

Die Welt: 02.07.09
Wie gefährlich sind Photovoltaik-Anlagen?
http://www.welt.de/die-welt/article4040425/Wie-gefaehrlich-sind-Photovoltaik-Anlagen.html Question Question Question


Hm,ob Googl da Fehlinformationen verbreitet. Question Question Laughing Laughing
http://www.google.de/search?q=Photovoltaikanlagen+auf+dem+Dach+bei+Feuer&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a


Photovoltaik - Brand - Feuer - Löschen - Gefahren und Vorkehrungen
http://www.photovoltaik-web.de/in-betrieb/brand-feuer-loeschen.html

Photovoltaikanlagen Tödliche Gefahrenquelle im Brandfall
Stand: 04.06.2010
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern/photovoltaik-brand-feuerwehr-ID1275641944441.xml

Habe leider sehr wenig Zeit,muss mein Haus fertig bekommen und das Wetter ist ungemütlich.

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
bassano



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 2380

PostPosted: Mon Oct 18, 2010 8:43 pm    Post subject: Reply with quote

Fidel wrote:
Die Welt: 02.07.09
Wie gefährlich sind Photovoltaik-Anlagen?
http://www.welt.de/die-welt/article4040425/Wie-gefaehrlich-sind-Photovoltaik-Anlagen.html Question Question Question


Hm,ob Googl da Fehlinformationen verbreitet. Question Question Laughing Laughing
http://www.google.de/search?q=Photovoltaikanlagen+auf+dem+Dach+bei+Feuer&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a


Photovoltaik - Brand - Feuer - Löschen - Gefahren und Vorkehrungen
http://www.photovoltaik-web.de/in-betrieb/brand-feuer-loeschen.html

Photovoltaikanlagen Tödliche Gefahrenquelle im Brandfall
Stand: 04.06.2010
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern/photovoltaik-brand-feuerwehr-ID1275641944441.xml

Habe leider sehr wenig Zeit,muss mein Haus fertig bekommen und das Wetter ist ungemütlich.

mfg.fi


hallo Fidel,

ja - ist denn das da oben jetzt was Neues ????


Wenn ja, müsst ihr entweder hier hinziehen oder unsere Feuerwehr (112) rufen, oder einfach den Strom aus der Steckdose benutzen. Cool
Da sowieso hier die Sonne kaum scheint wie in diesem Sommer, sind diese Solaranlagen doch ohnehin für die Katz. Shocked

Gruss
bassano
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Mon Oct 18, 2010 9:21 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo bassano,
nun ja, die Frankfurter Berufsfeuerwehr war schon immer etwas Besonderes, jedenfalls die Antwort an dich, wenn das der Originaltext ist, die ist etwas Besonderes.

Es stimmt, nicht nur in Frankfurt, vermutlich in allen Großstädten, wo die Feuerwehren per Computer, mit angeschlossener Datenbank, so alarmiert werden, dort stehen immer die besonderen Einsatzmerkmale zu der Adresse, wie Hochhaus, Steigleitungen, Sprinkler oder meinetwegen auch Solaranlage auf den Einsatzzettel, mit dem die Kräfte der Feuerwerk zum Einsatzort fahren, für den Zugführer.

Aber drauf verlassen, mit diesem Nachdruck wie in dem Antwortschreiben behauptet, würde ich mich nicht. Schon deswegen nicht, weil die Datenbank der Feuerwehr auf die Zuarbeit der Bauaufsicht, des Vorbeugenden Brandschutzes angewiesen sind, zumal solche Anlagen oft im nachhinein installiert werden, also nicht mit dem ersten Bauantrag der zu Stellungnahme bei der Feuerwehr vorgelegen hat, oder auch nicht. Diese Einsatzzettel folgen der Logik, das die Merkmale die dort stehen da sind, die Merkmale die vorhanden sind, aber nicht gemeldet wurden, dort nicht ausgedruckt werden, die stehen dann auch nicht da, logisch, oder? Die Zettel sind insofern unsicher, weil in Behörden oder beim Vorbeugenden Brandschutz, weil dort wir Menschen tätig sind. Und das dort, wo Menschen arbeiten, gemenschelt wird, soll heißen diese irren, etwas vergessen können, das stellt sich immer wieder dann tragisch heraus, wenn Busse mit einem Eisenbahnzug zusammenstoßen, weil die Schranke nicht geschlossen wurde oder das Flugzeuge vom Himmel fallen, weil ein menschliches Versagen vorliegt, wie es immer so nett umschrieben heißt.

Untätig war ich nicht, auch wenn ich als Pensionär allmählich meine alten Beziehungen zu den tätigern Beamten verliere. Aber einer im Vorbeugenden Brandschutz hier in Berlin soll eine sehr umfassende Studie zu Fotovoltaikanlagen erstellt haben, über die besonderen Gefahren und die Bauvorschriften, bzw. die Forderungen die die Feuerwehr im Einsatz an solche Anlagen stellt.. An dieses Werk herangekommen bin ich leider noch nicht. Die Arbeit zeigt aber, das diese Fragstellung sehr wohl besteht, erkannt ist. Ob es befriedigend gelöst wurde durch besondere Sicherheitseinrichtungen, das weiß ich nicht. Die Fachfirmen für solche Anlagen, die müssten eigentlich ein techn. Regelwerk zu ihren Anlagen haben, wo auch die Notstilllegung der Anlage angesprochen wird.

Nachbetrachtung:
Ich glaube auch nicht, das die vor Ort tätige Feuerwehr, wie in dem Artikel genannt, das Haus ohne eine Brandbekämpfung, einfach so, haben abrennen lassen. Das ist beinahe ausgeschlossen, aber auch nur beinahe. Wo ich keinen meiner Kollegen als Einsatzleiter zum Löschen rein schicken würde, das ist ein Hochregallager. Ich weiß nicht, ob du so ein techn, Monstrum schon jemals besichtigen durftest. In dem befinden sich Brandlasten in großer Menge. Das Einlagern und das Abholen von Waren geschieht nur durch Roboter, die an den Regalwänden, haushoch, sehr schnell entlang fahren. So gut wie kein Mensch ist in einer solchen Halle zu sehen. Mir war es unheimlich, nur schon bei einer Besichtigung.

Das Gebäude selbst ist meist mit vielen Stahlstützen errichtet, es droht bei Wärmebelastung immer, trotz Sprinklerung, einzustürzen, die Feuerwehrmänner unter sich zu begraben. Einen Todesfall hat es in Berlin gegeben, wo bei einem Hochregallager, ein Löschversuch von außen, über eine Drehleiter mit Korb angeordnet wurde und die herabfallenden Fassadenteile einen Kollegen im Korb der Drehleiter erschlagen, den Feuerwehrmann aus großer Höhe aus den Korb geworfen hatten.

bis denne
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Tue Oct 19, 2010 7:25 am    Post subject: Reply with quote

bassano wrote:
Fidel wrote:
Die Welt: 02.07.09
Wie gefährlich sind Photovoltaik-Anlagen?
http://www.welt.de/die-welt/article4040425/Wie-gefaehrlich-sind-Photovoltaik-Anlagen.html Question Question Question


Hm,ob Googl da Fehlinformationen verbreitet. Question Question Laughing Laughing
http://www.google.de/search?q=Photovoltaikanlagen+auf+dem+Dach+bei+Feuer&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a


Photovoltaik - Brand - Feuer - Löschen - Gefahren und Vorkehrungen
http://www.photovoltaik-web.de/in-betrieb/brand-feuer-loeschen.html

Photovoltaikanlagen Tödliche Gefahrenquelle im Brandfall
Stand: 04.06.2010
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/schwaben-und-altbayern/photovoltaik-brand-feuerwehr-ID1275641944441.xml

Habe leider sehr wenig Zeit,muss mein Haus fertig bekommen und das Wetter ist ungemütlich.

mfg.fi


hallo Fidel,

ja - ist denn das da oben jetzt was Neues ????


Wenn ja, müsst ihr entweder hier hinziehen oder unsere Feuerwehr (112) rufen, oder einfach den Strom aus der Steckdose benutzen. Cool
Da sowieso hier die Sonne kaum scheint wie in diesem Sommer, sind diese Solaranlagen doch ohnehin für die Katz. Shocked

Gruss
bassano


Hallo Bassano
Neu ist das alles nicht,denn offensichtlich ist das alles schon in 2002 bekannt gewesen und warum benötigt man fast 8 Jahre. Question Question
Nur darum ging es mir und nur deshalb hab ich das Datum hervorgehoben.

Quote:
[PDF]
Zum Schutz der Retter
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat - Schnellansicht
im November 2002 bei einem Brand am Gebäude des Altenpflegeheims Burgdorf ein Feuerwehrmann durch eine Photovoltaikanlage einen Stromschlag erlitt ...
www.febbex.com/pdfs/Zum_Schutz_der_Retter.pdf - Ähnliche Seiten

http://www.google.de/search?q=Feuer+durch+Photovoltaikanlagen&hl=de&client=firefox-a&hs=vrz&rls=org.mozilla:de:official&ei=oiWzTMr1F4iRswa2wcXTDQ&start=0&sa=N


Hallo Eisenherz.
Du hattest geschrieben,dass ein solcher Brand bei den Versicherungen teuer werden würde.
Ich würde sagen,wenn ich meine letzte Prämienrechnung sehe,dass es längst schleichend eingepreist ist,dass dürfte auch für die Styroporverpakten Häuser gelten,denn angeblich entsteht bei einem solchen Brand Salzsäure,Wohnraumgift,würde jemanden in einem solchen Haus wohnen wollen. Question
Klar,es hängt immer von der Größe eines solchen Feuers ab,in wie weit das Haus geschädigt wurde.

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Tue Oct 19, 2010 4:31 pm    Post subject: Reply with quote

,
## wenn ich meine letzte Prämienrechnung sehe, dass es längst schleichend eingepreist ist ##

Guten Tag Fidel
nun ja Fidel, wer ein besonders großes Haus hat so wie du, mit einer sehr teuren Einrichtung, mit ungewöhnlich viel eingebauter Brandlast, der bezahlt mehr für seine Feuerversicherung als einer so wie ich einer, der in seiner gleichmäßig klimatisierten Erdhöhle im Winter und in einer gerade freien Telefonzelle im Sommer wohnt.Laughing

In wieweit bei einem Neubau die Versicherungen für Solaranlagen auf dem Dach einen Risikoaufschlag verlangen weiß ich nicht. Ist es jedoch so, das die Anlage das Brandrisiko deutlich erhöht, diese den aktiven Brandschutz durch die Feuerwehr stark einschränkt, dann werden die Hausbesitzer mit solchen Anlagen mehr für ihre Versicherung bezahlen müssen als ohne Anlage. Besonders bedenklich wird es dann, wenn jemand eine Fotovoltaikanlage im Nachhinein installieren lässt, auch wenn er eine gültige Baugenehmigung dafür hat, wenn er das seiner Feuersozietät nicht meldet und es brennt im Zusammenhang mit dieser Anlage, dann wird er ein arges Problem mit der Regulierung seines Schadens bekommen.

Nur noch zum allgemeinen Verständnis das dazu:
Die Feuerversicherungen, die Prämien richten sich auch danach, das ist dann mit eingepreist, das die örtliche Feuerwehr schnell vor Ort ist, um einen Entstehungsbrand oder einen Vollbrand zu bekämpfen. Ein Entstehungsbrand ist z. b. der brennende Adventskranz, weil wir diese Jahreszeit dafür gerade sukzessive approximieren Laughing. Wenn dir die Prämien zu hoch sind, dann lasse dir doch eine Kleinsprinkleranlage in dein Haus einbauen. Du wirst sehen, die Prämie für deine Feuerversicherung sinkt drastisch, dafür steigt die Versicherung, welche du gegen einen Wasserschaden abgeschlossen hast. Laughing

Isolierstoffe, ob Glaswolle oder Styropor, die aus ihnen gefertigten Bauteile, die sind nach geltenden Bauvorschriften meist "nicht brennbar", aber mindestens schwer entflammbar. Das heißt, nach dem Entfernen einer möglichen Zündquelle verlöschen diese selbsttätig, brennen nicht weiter. Eine Riesensauerei kann Styropor im Brandfall, mit seinem ekelhaften Abtropfen, aber immer noch anrichten.

bis denne
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 4:16 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo ich hab da noch was gefunden,weiß allerdings nicht ob das bekannt ist.

Zum Schutz der Retter
Im Brandfall können Feuerwehrleute unter ungünstigen Umständen durch PV-Anlagen selber in Gefahr geraten
Photovoltaik funktioniert, weil die Sonne ein unvorstellbar großer Feuerball ist, dessen Gluthitze in Form von Wärme und Licht unsere Erde bestrahlt. Dieses ewige Feuer aus dem All ist der natürliche Freund einer Photovoltaikanlage. Wenn allerdings das Haus unter den Solarmodulen brennt, wandelt sich das Energie spendende zum destruktiven Element, das die Anlage zerstören und zum Feind der Feuerwehrleute werden kann.
Wenn die Feuerwehr anrückt, um einen Brand zu löschen, hat die eigene Sicherheit der Retter höchste Priorität. Deshalb unterbrechen die Männer zunächst die Hauptstromversorgung, meist im Keller des Gebäudes. Eine Photovoltaikanlage dagegen ist nicht so einfach abzuschalten. Zwar ist ohne Netzstrom der Wechselrichter nicht mehr aktiv und liefert folglich keine Energie ins Wechselstromnetz. Doch die Leitung zwischen Solarmodulen und Wechselrichter steht weiterhin unter Spannung, die unter bestimmten Umständen für die Feuerwehrleute gefährlich werden kann.
Ein anderes Katastrophenszenario ist Hochwasser. Viele Wechselrichter befinden sich im Keller. Die Gleichstromleitung kann daher unter Wasser stehen, ein Lichtbogen bildet sich. Auch dies kann Gefahr für die Feuerwehr sein, wenn die Retter dem Lichtbogen zu nahe kommen.
Egal, ob Feuer oder Wasser: In beiden Fällen gilt die Photovoltaikanlage als Risiko, denn schon ab einer Spannung von 120 Volt kann Gleichstrom lebensgefährliche Körperdurchströmungen hervorrufen. In den meisten Fällen ist die Spannung des Solargenerators deutlich höher, sie erreicht zuweilen Werte von 850 Volt. Je höher aber die Spannung des Solargenerators, desto größer die Gefahr einer Körperdurchströmung. Das Wasser im Löschstrahl ist zwar kein hervorragender Leiter und in der Regel auch mehrere Meter lang, somit ein erheblicher elektrischer Widerstand. Der Feuerwehrmann befindet sich außerdem in einiger Entfernung von der Spannungsquelle. Aber reicht der Innenwiderstand des Löschwasserstrahls aus, um den Brandbekämpfer zu schützen?
In einigen Lokalzeitungen wurde das Thema Anfang des Jahres kontrovers diskutiert: Politiker machten auf das Problem aufmerksam, Anlagenbetreiber unterstellten daraufhin Panikmache oder gar Lobbyarbeit für Atomstromanbieter, Freiwillige Feuerwehren verwahrten sich gegen diese Vorwürfe und verwiesen auf ihre Maxime: Sicherheit geht vor. Ein Löscheinsatz darf niemals das Leben der Retter gefährden. Ein Feuerwehrmann aus Süddeutschland vertritt in einem Leserbrief gar die Meinung, man dürfe nicht einfach neue Techniken zum Einsatz bringen, ohne die geschilderten Gefahrenpotenziale rechtlich verbindlich und für die Rettungskräfte umsetzbar gelöst zu haben. »Solange diese klaren Vorgaben für uns nicht gegeben sind, kann es durchaus im Einzelfall geschehen, dass an einem Gebäude mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kein Löscheinsatz im Schadenfall stattfindet«, treibt er diesen Gedanken auf die Spitze.
Ironie des Schicksals: Es gibt nicht wenige Freiwillige Feuerwehren in Deutschland, die selber auf ihrem Gerätehaus eine Solaranlage betreiben. Spätestens hier weichen die ideologischen Fronten auf, falls sie denn wirklich bestehen.

Jeder Brand wird gelöscht
Dennoch mag sich mancher Besitzer einer Photovoltaikanlage fragen, ob sein Haus im Brandfall überhaupt noch gelöscht wird. Horst Thiem, Ausbilder bei der Feuerwehrschule München, gibt unmissverständlich Antwort: »Wir löschen selbstverständlich jeden Brand, egal, ob auf dem Gebäude eine Photovoltaikanlage steht oder ein Storchennest.« Die Feuerwehren hätten die gesetzliche Verpflichtung, »binnen zehn Minuten an jedem Brandherd zu sein und ihn zu löschen, und daran halten wir uns uneingeschränkt«.
Allerdings sei das Gefahrenpotenzial dieser relativ neuen Technik nicht von der Hand zu weisen, so der Brandamtmann. Deshalb hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik und Informationstechnik (DKE) eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich damit befasst, wie diesen Risiken zu begegnen ist.
Konkret diskutieren die Fachleute aus Wirtschaft, Hochschulen, TÜV und Feuerwehren etwa folgenden denkbaren Schadensfall: Das Haus brennt lichterloh. Weil die Sonne scheint, steht der Solargenerator weiter unter Spannung. Die Kabel zum Wechselrichter, der im Keller steht, führen eine Gleichstromspannung von 1.000 Volt. Das Feuer hat die Ummantelung der Kabel an verschiedenen Stellen verbrannt. Die blanken Kupferleitungen liegen so nah beieinander, dass sich Lichtbögen bilden, die gerade bei Gleichstrom besonders lange stehen bleiben. Wenn nun ein Feuerwehrmann in die Nähe eines Lichtbogens gerät, kann er schwere Verbrennungen erleiden. Oder er hält den Löschstrahl auf die nackte Litze und es fließt ein Strom über den Löschstrahl in seinen Körper. Um diese Gefahr zu vermeiden, müssen die Feuerwehrmänner nach VDE- Vorschrift einen Sicherheitsabstand bis zu fünf Meter zu den Gefahrenquellen einhalten.
Das erste, einfach zu lösende Problem ist, dass die Feuerwehr in der Regel nicht weiß, ob auf einem Haus überhaupt eine Photovoltaikanlage installiert ist. »Wir empfehlen daher jedem Hausbesitzer, diese Information gut sichtbar an der Hauseinspeisung zu hinterlassen«, sagt Willi Vaaßen vom TÜV Rheinland und Mitarbeiter bei der DKE-Arbeitsgruppe. »Dazu gehört auch die Position des Wechselrichters im Haus und wo genau die Kabel dorthin verlaufen.«
Mit diesem Wissen können die Retter die neuralgischen Punkte meiden oder – wenn das Feuer es zulässt – die Kabel möglichst nahe am Modul kappen. Das ist allerdings nicht bei jedem Brand machbar. Deshalb sucht die Arbeitsgruppe eine Abschalteinrichtung, mit der sie die Spannung aus der Leitung zwischen Modul und Wechselrichter nehmen kann. Die DC-Freischaltstelle ist dafür in der Regel ungeeignet, da meist nahe am Wechselrichter montiert (DC, direct current, englisch für Gleichstrom). Dort kann sie zwar den Stromfluss unterbrechen, jedoch nicht die Generatorleitung spannungsfrei schalten. Die gesuchte Schalteinrichtung sollte dicht am Solargenerator sitzen, feuerfest sein und zudem DC-tauglich. Außerdem sollte sie möglichst automatisch funktionieren, allerdings unabhängig vom Netzstrom. Anderenfalls könnte das Feuer die Kabel verschmoren, bevor die Automatik aktiv werden kann. Deshalb ist auch ein manueller Betrieb etwa von der Haustür aus ungeeignet. In ersten Versuchen konnte die Arbeitsgruppe indes nachweisen, das es derzeit keinen Schalter am Markt gibt, der diese Anforderungen zuverlässig erfüllt.

Künstliche Nacht
Die Arbeitsgruppe hat aber auch in eine ganz andere Richtung gedacht: Warum nicht gleichsam eine »künstliche Nacht« über die Module auf dem Dach legen? Um die Spannungsfreiheit herzustellen, hat sie in Versuchen Feuerlöschschaum auf den Generator gesprüht. Doch leider ist jede der erprobten Schaumsorten nach spätestens fünf Minuten von den geneigten Modulen abgerutscht.
»Wir stehen mit unserer Arbeit erst ganz am Anfang«, erläutert Willi Vaaßen den Grund dafür, warum noch kein verheißungsvoller Ansatz aus dem Kreis von Ingenieuren hervorgegangen ist. »Fakt ist, dass es derzeit keine einfache technische Lösung gibt, die in allen denkbaren Fällen die Leitung zwischen Photovoltaikanlage und Wechselrichter zuverlässig spannungsfrei schaltet.« Deshalb empfiehlt er, dass die Arbeitsgruppe über die bisherigen Grenzen hinaus auch Neues erdenken sollte.
»Warum nicht zum Beispiel etwas entwickeln, damit schon in den Solargeneratoren die Spannung getrennt wird?«, fragt Vaaßen. »Damit wir nur kleine Spannungen von maximal 120 Volt haben, die jede für sich ungefährlich ist.« Selbst wenn das ohne große Ertragsverluste realisierbar sein sollte, wäre das nur für Neuanlagen eine Lösung.
Was aber geschieht mit den bestehenden Photovoltaikanlagen? Muss man die stilllegen? Oder mit viel Geld aufrüsten? »Nein«, beruhigt auch hier der Mann vom TÜV. »Unser Ziel ist eindeutig, auch für bestehende Anlagen eine technische Lösung unter wirtschaftlichen Aspekten zu finden.« Und das werde man auch schaffen. Wie jede neue Technologie, so habe eben auch die Photovoltaik ihre Kinderkrankheiten. »Niemand hat das Interesse, der Photovoltaik über diese Arbeitsgruppe ein Bein zu stellen.«
Ein weiteres Problem hat übrigens nichts mit dem Strom zu tun: Es ist denkbar, dass sich bei Feuer die Aluminiumschienen verformen, auf denen die Module befestigt sind, und aus ihren Halterungen biegen, oder dass die Dachsparren darunter wegbrennen. In beiden Fällen könnten die kompletten Solarmodule wie ein Schneebrett vom Dach rutschen und somit ebenfalls die Feuerwehr gefährden.
Alle hier skizzierten Probleme sind bislang allerdings rein theoretisch: Keinem der Beteiligten in der Arbeitsgruppe ist ein Fall bekannt, in dem ein Feuerwehrmann tatsächlich durch eine Photovoltaikanlage verletzt worden wäre. Die PHOTON-Redaktion fand nach langer Suche lediglich einen einzigen Fall in der Schweiz, wo im November 2002 bei einem Brand am Gebäude des Altenpflegeheims Burgdorf ein Feuerwehrmann durch eine Photovoltaikanlage einen Stromschlag erlitt – glücklicherweise ohne Folgen.
Quelle: Photon – Das Solarstrom-Magazin Autor: Hans Wille Heft: 0405 Seite 60 PHOTON 2005-04 April

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 5:42 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo Fidel,
eine gut zusammengefasste Betrachtung, in der alles das steht, was wir weiter oben schon diskutiert hatten.

Elektrische Gefahren für die tätigen Feuerwehrleute sind auch ohne Fotovoltaikanlagen eine der vielen Gefahren, denen die Einsatzkräfte sich gegenüber sehen. Mit solchen Anlage, um so mehr. Zu bedenken ist, das diese Panele ein gehöriges Gewicht auf das Dach bringen, ob dann bei einem ausgedehnten Brand im Dachgeschoss nicht viel eher die Dachkonstruktion nachgibt und einstürzt?

Auch ohne diese Anlagen ist die wirkliche Freischaltung des Hauses nicht immer möglich, wird auch nur in Einzelfällen vollzogen, zumal die richtigen Hauptsicherungen für die Hauseinspeisung vom E- Werk nicht so ohne weiteres gezogen werden können. Dazu braucht es ein Spezialwerkzeug und beim Herausziehen entsteht ein großer Abreissfunken, die Augen der Feuerwehrmänner sind gefährdet.

Wasserohrbrüche oder Überschwemmungen sind eine andere Ursache für elektrische Gefahren, wenn das Wasser die Steckdosen erreicht oder Wasser dort hinein schwappt.

Davon mal abgesehen bleibt die Frage für alle Bauherren die eine Anlage mit einplanen und solche Hausbesitzer die eine Anlage nachrüsten lassen, wie sehen die Versicherungen diese Anlagen? Als ein deutlich erhöhtes Brandrisiko, eine statische Schwachstelle, welches sie sich mit einem Riskoaufschlag bezahlen lassen?

Gruß
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
guterKönig



Joined: 25 Dec 2009
Posts: 1173
Location: NordWest

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 6:13 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo,

ein Bekannter baut seit 2 Jahren solche Anlagen mit auf,als Grobmonteur...

Im Gespräch sagte er mal: " Einfach oben den Stecker abziehen von den Solardingern"

Auf den ersten Blick natürlich Wahnsinn und schlecht durchdacht..

Aber mit einem dicken Vollgummianzug,Ganzkörperkondommässig,vielleicht noch mit einem Faradayschen Käfig umgeben - warum nicht?

Entweder mit dem Faradayschen Handschuh den Stecker ziehen oder eben Gummiummantelt,mit Sonnenbrille,mit einer Elektrikerzange den Draht durchknipsen Cool

Vorausgesetzt natürlich,dass der Dachstuhl noch begehbar ist..

Gruss guterKönig
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 6:27 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo eisenherz.

Du schreibst
Quote:
Davon mal abgesehen bleibt die Frage für alle Bauherren die eine Anlage mit einplanen und solche Hausbesitzer die eine Anlage nachrüsten lassen, wie sehen die Versicherungen diese Anlagen? Als ein deutlich erhöhtes Brandrisiko, eine statische Schwachstelle, welches sie sich mit einem Riskoaufschlag bezahlen lassen?


Zusätzlich wird man keinen Risikoaufschlag fordern können,dass würde sich sehr schnell rumsprechen und die ohne Anlage auf dem Dach würden Ärger machen,denn man kann noch lange nicht auf jedem Haus eine solche Anlage installieren.
Was bringt es,wenn ich die Anlage nicht entsprechen ausrichten kann,so wie die hiesigen Stadtwerke,die Anlage ist gegen West ausgerichtet.
Wurde allerdings gut bezuschusst.EmbarassedEmbarassed

Mit Sicherheit sind die bisherigen Brände,in die Berechnung der Prämien einbezogen worden,sie müssen sogar eingerechnet sein.

Wie Du gelesen hast,gibt es bisher keine Möglichkeit,die Elemente abzuschalten und nu Question Question Question Embarassed

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 3435
Location: Berlin

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 7:04 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo Fidel,
## Zusätzlich wird man keinen Risikoaufschlag fordern können,dass würde sich sehr schnell rumsprechen ##

Ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Natürlich werden die Hausbesitzer, die keine solche Anlage haben, keinen Aufschlag bezahlen. Die wird somit der Hausbesitzer mit einer solchen Anlage und dessen erhöhte Versicherungsprämie auch nicht interessieren. Versicherungen, alle Versicherungen haben ihre Brand- und Risikoexperten, die die Prämien nach der Statistik errechnen, abhängig von besonders typischen Merkmalen eines solchen Hauses, wie z.b. ein Haus mit einem sog. Reetdach. ein mit Schilf gedecktes Dach.

Ich habe solche Verträge noch nicht gesehen, kann mir aber gut vorstellen, das diese Hauseigentümer mit Reetdach einen deutlich höheren Beitrag für ihre Feuerversicherung bezahlen müssen, als einer mit einer Bedachung mit Dachziegel. Das als Beispiel um den Bezug zu einer Solaranlage auf dem Dach herzustellen.

Das diese Anlagen aus dem von dir genannten Grund, die Freischaltung, besonders kritisch sind liegt daran, weil eine solche Anlage wie ein Kraftwerk zu betrachten ist. Und die Einspeisung vom Elektrizitätswerk kannst du auch nicht abschalten, vor der Hauptsicherung. Das einzige wäre, das dich beliefernde Kraftwerk in die Luft zu sprengen, damit die Turbinen zerstört werden. Nur das übersteigt das Vermögen selbst des besten Feuerwehrmannes.Wink

Fazit, das Kraftwerk auf dem Dach zu entschärfen, so das es aufhört Spannung zu erzeugen, das ist nicht geklärt und die Beurteilung dieser erhöhten Brand- und Einsturzgefahr, ich weiß nicht wie die Versicherungen das sehen. Wenn es so ist, das erhöhte Risiko, dann berechnen es alle Versicherungen.

Bei einem Neubau ist die Versicherung darüber informiert, wenn der Vertreter vor Ort erscheint, um das Objekt zu besichtigen oder wenn es in der offiziellen Baubeschreibung schon festgehalten ist. Bei der nachträglichen Installation weiß die Versicherung davon erst einmal nichts. Die Baugenehmigung vom Amt zieht nicht automatisch nach sich, das die Feuerversicherung des Hausbesitzers mit informiert wird. Somit muss uns ein Agent einer Versicherung, einer der Feuerversicherungen bearbeitet, sofern hier im Forum vertreten, mal auf die Sprünge helfen.

Gruß
eisenherz
Back to top
View user's profile Send private message
Fidel



Joined: 06 Apr 2007
Posts: 3209

PostPosted: Wed Oct 27, 2010 8:51 pm    Post subject: Reply with quote

Hallo eisenherz
Du schreibst.

Quote:
Ich glaube, du hast mich falsch verstanden. Natürlich werden die Hausbesitzer, die keine solche Anlage haben, keinen Aufschlag bezahlen. Die wird somit der Hausbesitzer mit einer solchen Anlage und dessen erhöhte Versicherungsprämie auch nicht interessieren. Versicherungen, alle Versicherungen haben ihre Brand- und Risikoexperten, die die Prämien nach der Statistik errechnen, abhängig von besonders typischen Merkmalen eines solchen Hauses, wie z.b. ein Haus mit einem sog. Reetdach. ein mit Schilf gedecktes Dach.


Ich glaube nicht,dass man das bisher einen großen Unterschied gemacht,dass sollte / muss man auch regional sehen.
Fotovoltaik ist aber Bundesweit und wie würdest Du denn reagieren,wenn Du so eine Anlage aufs Dach machst und die Versicherung erhöht die Prämie.
So etwas darf doch nicht publik werden,das könnte verheerende Folgen haben und da sollte man drüber nachdenken.Laughing Laughing ich denke Du verstehst mich.

Ein Reetdach ist mehr ein friesische Angelegenheit und ich denke,dass die regionale Versicherung da keinen zusätzlichen Aufschlag rechnet,wobei ich nicht sicher bin,was stärker,schneller brennt,ein Reetdach oder ein Schiefer,oder Pfannendach,es kommt ja auch darauf an wo das Feuer ausbricht und warum.

Quote:
Fazit, das Kraftwerk auf dem Dach zu entschärfen, so das es aufhört Spannung zu erzeugen, das ist nicht geklärt und die Beurteilung dieser erhöhten Brand- und Einsturzgefahr, ich weiß nicht wie die Versicherungen das sehen. Wenn es so ist, das erhöhte Risiko, dann berechnen es alle Versicherungen.


Ich werde meine Versicherung einfach mal fragen,mal sehen was die dann Antworten. Laughing Laughing Laughing Zuerst mal den Agenten,sollte der mir keine vernünftige und plausible Antwort geben,dann muss ich wohl weiter oben fragen.Laughing Laughing

mfg.fi
_________________
"Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Benjamin Franklin
The Impossible Hamster http://www.youtube.com/watch?v=Sqwd_u6HkMo
Back to top
View user's profile Send private message
Display posts from previous:   
Post new topic   Reply to topic    Ketzerforum Forum Index -> Ketzerforum 2.0 - noch offen All times are GMT + 1 Hour
Page 1 of 1

 
Jump to:  
You cannot post new topics in this forum
You cannot reply to topics in this forum
You cannot edit your posts in this forum
You cannot delete your posts in this forum
You cannot vote in polls in this forum


Powered by phpBB © phpBB Group. Hosted by phpBB.BizHat.com

For Support - http://forums.BizHat.com

Free Web Hosting | Free Forum Hosting | Photo Gallery | Free Matrimonial

Powered by PhpBBweb.com, setup your forum now!