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MSM ändert die Berichterstattung?

 
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Laus



Joined: 26 Feb 2009
Posts: 234

PostPosted: Mon Aug 06, 2012 6:01 am    Post subject: MSM ändert die Berichterstattung? Reply with quote

Hallo,

kommt es zu einer Meinungsäußerung in der schreibenden Zunft. Oder ist es nur um die letzten Leser bei der Stange zu halten? Oder kann man das was jeder sieht nicht mehr wegschreiben?

Der Euro war ein Fehler

Und heute? Da ist die Rede von der Bazooka, der Dicken Bertha und anderen Monsterwaffen. Jetzt, da in den Hauptstädten die Rede geht, man könne, solle und müsse dem Rettungsfonds und der Europäischen Zentralbank "unbegrenzte Feuerkraft" geben, da ahnt man etwas. "Unbegrenzte Feuerkraft": Wer so redet, hat meistens schon verloren, so wie die Russen in Afghanistan und die Amerikaner in Irak.

Je länger wir grübeln, desto klarer wird uns, dass der Euro von Anfang an, streng genommen, ein Fehler war. Dass jener immer noch streitbare Professor in Tübingen, der sogar vor den Schranken des Bundesverfassungsgerichts gegen den Euro angerannt ist, ökonomisch recht hatte. Wir glauben weiterhin nicht - wohlgemerkt! - dass wir unrecht hatten, denn es hätte gutgehen können. Unsere komplexe Welt ist nicht monokausal, niemand kann alles vorhersagen, immer kann alles anders kommen. Im Fall des Euro aber, leider, muss man sagen: Es kam nicht anders.
Die Leidenschaft ist weg

Nun aber, das räumen selbst viele Euro-Kritiker ein, haben wir den Euro und kommen nicht mehr von ihm los. "Lieber ein Ende mit Schrecken als . . . ": Das ist leicht gesagt. Der Euro ist Realität, jetzt wäre sein Ende ein Höllengericht. Also bangen, hoffen, kämpfen wir weiter.

Das Drama um den Euro war einmal Gefühl und Verstand, Herz und Hirn. Jetzt hält uns vor allem das Herz im Spiel. Wir wollen weiter dieses Europa, das wir uns aufgebaut haben seit 1945. Europäische Politik war einmal mehr als Machtpolitik. Wir wollen all das, und ein Ende des Euro wäre irgendwie auch ein Ende dieser Zeit. Trotzdem, eines steht fest: Die Leidenschaft ist weg. Es ist etwas kaputtgegangen, in uns drin, aber auch in Europa. Wir alle, Deutsche, Griechen, die in Brüssel, wir haben es vermasselt.


Kommentare sind auch gut.

Gruß, Laus
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eisenherz



Joined: 15 Feb 2006
Posts: 5442
Location: Berlin

PostPosted: Mon Aug 06, 2012 6:51 am    Post subject: Reply with quote

Hallo Laus,
was in der heutigen Zeit von Professoren, Dottores und Finanzexperten zu halten ist, das erinnert eher an schlechte Zauberkünstler, solche die das Publikum mit der einen Hand nach links hin ablenken und mit der rechten Hand die Taube aus dem Hut holen. Legendenbildung und Geschichtsfälschungen in Echtzeit können wir erleben. Hole dir mal schon einen Sechserpack, mache es dir im Sessel bequem und es geht los:

Der Euro war eine gute Währung kann ich diesen Experten nur antworten. Und wenn sie Experten wären, dann würden sie das auch wissen und nicht in den Zeitungen und sonst wo eine solch verdammte Scheiße erzählen und schreiben.

Denn es ist so, das in keinem Staatswesen und die Währung eines Staatswesens schon gar nicht, eine Währung stabil ist und bleibt, wenn die Bestimmer im Land sich nicht an die von ihnen selbst dafür erfundenen Gesetze und ausgedachten Regeln halten, die extra dafür geschaffen werden, dem Geld im Land das maximale Vertrauen mit auf den Weg zu geben, welches es braucht, um nicht zum Falschgeld, zum reinen Spielgeld zu verkommen.

Die Geschichte der Menschheit ist voll von Beispielen wo große und kleine Länder, Imperien oder Gauen, wo die jeweiligen Herrscher in dem Land solange das Geld für ihre fragwürdigen Zwecke geprägt, gedruckt, haben, wie aus Silber Kupfer oder Aluminium wurde, solange bis keiner mehr diese Währung haben wollte, wenn du von einem Bauern einen Zentner Kartoffeln kaufen wolltest.

Die Elite haben für sich und nur für sich die Regeln der Stabilität ausgeschaltet, für die Aneignung von fremden, wertvollen Gütern umfunktioniert, meist Länder und Immobilien, aber auch die Konten der Handwerker und Kaufleute geplündert, mit Steuern und Abgaben, um Kriege zu führen gegen jeden und gegen ihr Volk. Solange alle ausgepresst, bis keiner mehr willens war auch nur einen Schritt aus dem Haus zu tun, um nicht für den Herrscher wie ein Sklave zu rackern.

Solche Regeln, Bremsen, Rückkopplungen, Gesetze und kluge Vorsichtsmaßnahmen für den Euro gab es durchaus und die sind bekannt. Die sollten auch den Experten bekannt sein. Dann ist eben nicht der Euro eine schlechte Währung und hat versagt, dann haben die Politiker die alle Regelungen außer Kraft gesetzt haben, die den Euro eine gute Währung hätten werden lassen, die haben versagt.

Aber nun ja, die Professoren, Dottores und Experten sind ja sich zu fein und zu feige geworden diese kriminellen Vorgänge bestimmten und bekannten Personen anzuhängen, das die Täter und Versager sind. Da ist es viel leichter und weniger risikoreich, die einfach zu überspringen und auf den Sack Euro einzuprügeln wenn man die Esel im Sack meint. Wie billig.

Einer der es gut zusammengefasst hat, aber drei Jahre zu spät, ist der hier, von dem ich per Kopieren und Einfügen die wichtigsten Regeln für den Euro hier noch einmal in Erinnerung rufen muss, wider der Legendenbildung:
*********************************************************
Paul Kirchhof zur Krise der EU Verfassungsnot!
>>>
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-zukunft/paul-kirchhof-zur-krise-der-eu-verfassungsnot-11817188.html

Die Europäische Union ist eine Gemeinschaft des Rechts. Sie stützt sich auf den verfassungsrechtlichen Auftrag ihrer Mitgliedstaaten zur europäischen Integration, ist durch einen rechtsverbindlichen Vertrag gegründet worden, empfängt aus diesem Vertrag ihre Handlungsaufträge und Hoheitsbefugnisse und wird von den Mitgliedstaaten in parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren fortentwickelt. Ohne Recht gäbe es keine Europäische Union, keinen modernen Verfassungsstaat.
(...)
Die Staaten haben dennoch die Währungsunion geschaffen, weil sie durch verbindliche Rechtsregeln die Stabilität der Währung und der Finanzen in den Mitgliedstaaten gesichert haben.

Der Unionsvertrag begrenzt die Staatsschulden jedes Staates auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Neuverschuldung und auf sechzig Prozent für die Gesamtverschuldung. Er garantiert, nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank, die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank und verpflichtet sie vorrangig, die Preisstabilität zu sichern. Der EZB ist es ausdrücklich untersagt, die Staatshaushalte zu finanzieren und dafür Staatsanleihen zu kaufen. Die Staaten werden verpflichtet, ihre Kredite unmittelbar am Finanzmarkt nachzufragen, um selbst zu erfahren, dass sie bei guter Bonität niedrige Zinsen, bei schlechter Bonität hohe Zinsen zu zahlen haben.

Der Unionsvertrag betont besonders die finanzielle Eigenverantwortlichkeit jedes Mitgliedstaates. Dadurch werden Anreize zu weiterer Verschuldung unterbunden und die Hoffnung aus der Welt geschafft, Staaten könnten neue Kredite aufnehmen, deren Zahllasten aber auf andere Länder überwälzen. Die Euro-Gemeinschaft verspricht und hat Erfolg, weil sie eine rechtlich gebundene Währungsunion ist. Die Bundesrepublik Deutschland hätte dem Vertrag über die Währungsunion nicht zugestimmt, wenn diese rechtlichen Sicherungen nicht vorher verbindlich vereinbart worden wären. Die Unabhängigkeit der EZB ist ein besonderes Anliegen, weil die Stabilitätsbereitschaft, auch Verflechtungen und Abhängigkeiten zwischen Staaten und Finanzinstitutionen sehr unterschiedlich sind.
(...)
Dieses Recht wurde grob missachtet. Die Mehrzahl der Mitgliedsländer hat die Obergrenze der Gesamtverschuldung von sechzig Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschritten. Die Gesamtverschuldung Deutschlands liegt höher als achtzig Prozent. Hätten die Staaten das Recht zur Begrenzung der Staatsschulden beachtet, gäbe es diese Schuldenkrise nicht. Der Ursprung der Finanzprobleme liegt also im rechtswidrigen Handeln der Staaten, auch in der Verantwortung der Kreditgeber, die den Staaten Kredite bis an die Grenze ihrer Handlungsfähigkeit gewähren.
**********************************************

Ich grüße aus der Realität in das Reich der Märchen und Sagen
eisenherz
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